Interview Herr Turinsky

von Jonte (4a) geführt in einer Online Konferenz der Schülerzeitungs AG

Jonte: Hallo Herr Turinsky, wir freuen uns, dass wir mit Ihnen ein Interview für die Schülerzeitung machen dürfen.
 

Vorweg: Sollen wir „Du“ oder „Sie“ sagen?
Hier in der Schülerzeitung können wir gerne Du sagen, in der OGS habe ich aber Herr Turinsky lieber.
Wie alt bist „Du“?
Ich bin vor 34 Jahren am 7.8.86 geboren.
Warum bist du Erzieher geworden?
Ich konnte schon immer sehr gut mit jüngeren Kindern. Schon als ich jung war habe ich immer alle Kinder in der Nachbarschaft bespaßt – das hat mir einfach Freude bereitet. Und als dann meine Mutter irgendwann vorschlug, ich sollte mal ein Praktikum im Kindergarten machen habe ich gemerkt, dass mir das wirklich große Freude macht mit Kindern zu arbeiten.
Was magst du an Kinder und was nicht so?
Ich mag sehr, dass Kinder mich immer wieder überraschen mit ihrer Kreativität und ihren ganzen tollen Ideen. Man kann mit ihnen viele Sachen machen und jedes Mal erlebt man etwas Neues, weil ihnen immer wieder andere Dinge einfallen.
Was ich nicht so mag ist, wenn Kinder in der OGS nicht auf mich reagieren und Mist bauen. Das kann dann sehr anstrengend sein!
Was sind deine Hobbys?
Ich mag sehr gerne Geschichten! Und zwar erzähle ich sie gerne, ich zeichne sie aber auch gerne oder programmiere Computerspiele mit ihnen. Und ich jogge gerne und fahre Fahrrad. Und manchmal genieße ich es auch, Computerspiele zu zocken – aber das natürlich nur in Maßen!
Wie lange bist du schon an der Brehmschule?
Ich bin jetzt seit Februar hier, also tatsächlich erst 2 Monate.
Was gefällt dir an der Brehmschule und was würdest du verändern?
Ich finde die Struktur sehr gut hier, d.h. wie alles organisiert ist. Auch mag ich das Ameisenhaufen-Gefühl an großen Schulen wie der Brehm-Schule. Besonders gefällt, dass die Schule ein bisschen wie ein kleines Dorf aufgebaut ist – das macht es trotz der Größe sehr übersichtlich.
Bisher konnte ich noch nichts entdecken, was ich verändern würde.
Wie bist du darauf gekommen Geschichten zu schreiben und Computerspiele zu entwickeln?
Ich erzähle halt gerne Geschichten.
Angefangen hat alles bei einer Übernachtung in der Schule (Damals noch in Recklinghausen). Da hat mich eine Kollegin gefragt, ob ich den Kindern nicht eine Gruselgeschichte erzählen könnte. Der Aufforderung bin ich natürlich gerne nachgekommen. Allerdings habe ich an diesem Abend die Kinder immer wieder mit einbezogen. Durch "Was glaubt ihr passierte als nächstes?" und ähnliche Fragen. Das hielt die Kinder interessiert. Es funktionierte wunderbar.
Da war die Idee geboren, daraus ein Angebot für den Alltag zu machen.
Es dauerte allerdings noch ein paar Jahre, bevor ich dann tatsächlich die "Gänsehaut AG" ins Leben rief.
Das Prinzip (aufs Einfachste herunter gebrochen) ist folgendes:
Ich lese eine speziell auf Viertklässler angepasste Gruselgeschichte vor, die ich selber geschrieben habe (So kann ich für den Inhalt garantieren.). Die Zuhörer werden in Gruppen auf die fünf Hauptfiguren aufgeteilt. An bestimmten Punkten der Geschichte pausiere ich und die Kinder dürfen mitbestimmen, was die Hauptcharaktere in der jeweiligen Situation tun.
Es gilt den Weg zu entscheiden, den man nimmt, Rätsel zu lösen oder Dialoge zu führen. Alles in allem verändert jede Entscheidung die Geschichte ein wenig und beeinflusst ihren Lauf. Zum Guten oder zum Schlechten! So liegt es am Ende an den Zuhörern, die Geschichte zu einem Happy End zu führen... Und JA - Die Geschichte kann auch schlecht ausgehen. (Das ist in all den Jahren aber erst ein Mal vorgekommen.)
Die Computerspiele sind nur eine Idee, die aus der Gänsehaut AG geboren wurde. Eigentlich nur eine weitere Form Geschichten zu erzählen. Sie waren dafür gedacht, den Kindern als Abschiedsgeschenk in der vieren Klasse überreicht zu werden, damit sie auch nachdem sie die Schule verlassen hatten noch neue Abenteuer mit ihren liebgewonnenen Helden erleben konnten.
Ich bezeichne die Spiele gerne als interaktive Bücher, da sie viel Text enthalten, den man lesen muss. (Siehe Bild)
 
Allerdings macht es auch Spaß mit den Kindern zusammen eigene Spiele zu bauen (Die Software ist einfach genug dafür.) und obendrein ermöglicht es den Kindern etwas Einsicht in das Thema Computerspiele (und wie sie funktionieren) zu erhalten.

Wenn du einen Wunsch frei hättest was würdest du dir wünschen?
Dieser Wunsch klingt jetzt vielleicht ein wenig kitschig aber ich würde mir wünschen, dass sich alle Menschen auf der Welt verstehen würden. Dann hätten wir wirklich eine Menge Probleme weniger!
Lieber Herr Turinsky, wir danken Dir für das Gespräch!